Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Konjunkturelles Umfeld

Die Konjunkturentwicklung in Europa – und insbesondere in Deutschland – blieb 2014 hinter den Erwartungen zurück. Neben der weiterhin schwachen Weltkonjunktur, die unter anderem auf wachsende Probleme in den Schwellenländern zurückzuführen ist, wirkten sich vor allem politische Krisen im Nahen Osten und der Ukraine aus. Diese beeinträchtigten das Exportgeschäft und die Investitionsneigung ebenso wie den privaten Konsum. Auch die Gefahr einer Deflation drückte auf die Stimmung.

Die deutsche Wirtschaftsleistung verlor nach einem vielversprechenden Jahresbeginn zusehends an Dynamik. Im zweiten und dritten Quartal stagnierte das Wachstum, bevor sich die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern zum Jahresende – auch angesichts des niedrigen Ölpreises – wieder etwas aufhellte. Auch die Eurozone insgesamt verzeichnete Wachstumszahlen nahe Null, wobei Italien und Frankreich zu den Schlusslichtern gehörten.

Das verfügbare Einkommen der Bevölkerung in Deutschland nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zu, während die Sparquote auf dem Vorjahresniveau lag.

Rahmenbedingungen für das Trading

Nach deutlichen Kursgewinnen in der ersten Jahreshälfte, die im Wesentlichen mit dem aktuellen Zinsumfeld zusammenhängen, setzte an den Aktienmärkten im Sommer eine vorübergehende Abwärtsbewegung ein. Diese war getrieben durch zunehmend pessimistische Konjunkturerwartungen und politische Krisen und vollzog sich unter starken Schwankungen. Das außerordentlich volatile Marktumfeld sorgte für hohe Handelsumsätze an den deutschen Börsen. Das wertmäßige Handelsvolumen am deutschen Kassamarkt (XETRA, Frankfurt und Tradegate) bewegte sich um 10,8 % über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig waren die Orderzahlen sowohl bei Aktien mit – 12,5 % als auch bei börsengehandelten ETFs einschließlich Exchange Traded Commodities (ETC) und Exchange Traded Notes (ETN) mit – 4,3 % rückläufig.

Quelle: Deutsche Börse AG
* XETRA, Frankfurter Parkett und Tradegate
Entwicklung des DAX vom 30.12.2013 - 30.12.2014

Im Derivatehandel (Euwax und Börse Frankfurt) bewegte sich der Börsenumsatz um 1,7 % über dem Vorjahr. Die Orderzahlen stiegen um 5,2 %. Während Anlagezertifikate weniger gehandelt wurden (– 21,5 %), konnten Hebelzertifikate zulegen (+ 13,7 %).

Rahmenbedingungen für das Investing

Die deutschen Anleger haben 2014 wieder stärker in Fonds investiert. Die in der Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management e. V. (BVI) erfassten Publikumsfonds erzielten in den ersten elf Monaten 2014 Mittelzuflüsse von 30,7 Mrd. Euro (Vorjahr 14,4 Mrd. Euro). Vor allem Mischfonds und Rentenfonds waren gefragt, während Aktienfonds per saldo Mittelabflüsse verbuchten.

Das viermal jährlich veröffentlichte ebase Fondsbarometer, welches das Handelsvolumen von mehr als 50 Tsd. Fondsberatern widerspiegelt, zeigte 2014 eine unterdurchschnittliche Aktivität an: Nachdem der Index im Januar noch bei 111 Punkten gestanden hatte, fiel er bis Mai auf einen Jahrestiefststand von 67,4 und bewegte sich auch in den folgenden Monaten teilweise deutlich unter 100 Punkten. Erst im Dezember handelten die Fondsberater wieder etwas aktiver (102,9 Punkte).

Die Nachfrage nach Produkten für die private Altersvorsorge (Riester-Rente) hat im Jahr 2014 nur unwesentlich zugenommen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres einen Anstieg des Vertragsbestands um 0,8 %, was vorrangig auf die Eigenheimrente zurückzuführen ist. Die Zahl der Versicherungs-, Bankspar- und Fondsverträge veränderte sich nur unwesentlich.

Rahmenbedingungen für das Banking

Die Zentralbanken in Europa und den USA hielten an ihrer Niedrigzinspolitik fest und stellten weiterhin nahezu unbegrenzt Liquidität zur Verfügung. Die EZB legte angesichts der anhaltenden Wachstumsrisiken im Juni erstmals einen negativen Zinssatz von – 0,1 % für Einlagen bei der EZB fest und senkte den Refinanzierungssatz auf 0,15 %. Im September folgte eine weitere Zinssenkung auf – 0,2 % beziehungsweise 0,05 %. Die US-Notenbank stellte zwar im Oktober ihre Anleiheankäufe ein, verzichtete jedoch trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung in den USA auf eine Leitzinserhöhung.

Der für einen Teil unserer Anlagen maßgebliche Dreimonats-EURIBOR lag im Jahresdurchschnitt mit 0,21 % nur leicht unter dem Vorjahreswert (0,22 %), notierte jedoch nach einem deutlichen Rückgang zum Jahresende bei lediglich 0,08 %.

Die Renditen von europäischen Staatsanleihen – mit Ausnahme von Griechenland – haben im Jahresverlauf nachgegeben. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zum Jahresende bei 0,59 %.

Das Treasury-Portfolio von comdirect ist auf Bonds bester Qualität fokussiert. Den Zinserträgen waren weiterhin enge Grenzen gesetzt.

EURIBOR

Rahmenbedingungen für die Beratung

Das im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesunkene Zinsniveau hat das Interesse an Eigenheimkrediten trotz der gestiegenen Immobilienpreise und dem eingeschränkten Angebot in Ballungsgebieten auf hohem Niveau gehalten. Das Volumen der Wohnungsbaukredite erhöhte sich 2014 um 2,7 %. Der in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa berechnete comdirect Stimmungsindex Baufinanzierung bewegte sich das ganze Jahr deutlich oberhalb der 100-Punkte-Marke und stand zum Jahresende bei 113,8 Punkten. Ein Wert über 100 signalisiert eine hohe Bereitschaft für den Abschluss einer Baufinanzierung.

Stimmungsindex Baufinanzierung, Zehn-Jahres-Hypothekenzins